Technologische Studien zur Abwasservorbehandlung

Die Anforderungen an die Industrieabwasserbehandlung sind zunächst an die Ableitungsart geknüpft. Je nachdem ob eine Einleitung in ein öffentliches Gewässer oder eine kommunale Kanalisation erfolgen soll, sind die Anforderungen (Grenz- bzw. Überwachungswerte)gemäß Abwasserverordnung oder kommunaler Satzung festzulegen. Erfolgt die Einleitung von Abwasser aus Betrieben, für die nach § 7a Wasserhaushaltsgesetz (WHG) besondere Anforderungen am Ort des Anfalls oder seiner Vermischung gestellt werden, so gelten auch Überwachungswerte bei der Einleitung in die Kanalisation. Als Maßnahmen zur Vorbehandlung kommen insbesondere in Frage:

  • Konzentrationsausgleich in unbelüfteten, gerührten oder/und entsprechend bemessenen Ausgleichsbecken
  • Sedimentation und/oder Filtration von Schlamm und sonstigen Feststoffen
  • Mitfällung von Schadstoffen durch Zugabe von schlammbildenden Fällungsmitteln
  • Neutralisation mit Laugen (Kalk) oder Säuren
  • Abscheidung von Ölen oder Fetten durch belüftete oder unbelüftete Flotation
  • Elimination von Schwermetallen etc. durch Fällung und Sedimentation oder Filtration
  • Auskristallisation von Salzen etc.
  • Ionenaustauschverfahren, vorzugsweise zur Entfernung von Schwermetallen
  • Aktivkohleabsorption
  • Membranfiltrationsverfahren
  • Anaerobe Kohlenstoffelimination (Ausfaulung)
  • Aerobe Kohlenstoff-Stickstoffelimination (biologische Reinigung)

Die Industrieabwasserbehandlung ist vor die Erfüllung nachfolgender Optimierungsstrategie bei der Auswahl eines geeigneten Verfahrens gebunden:

  • Sichere Einhaltung der von der zuständigen Behördeauferlegten Grenz- bzw. Überwachungswerte
  • Minimierung der Gesamtkosten
  • Minimierung des Energieeinsatzes
  • Minimierung anfallender Abfälle, insbesondere Schlämme, die keiner Wiederverwertung zugeführt werden können
  • Einfache Bedienung der Aufbereitungsanlage
  • Sichere und wenig störanfällige Steuerung der Anlage